Home Office
Gesundheitliche Aspekte als Herausforderung

Home-Office: Gesundheitliche Aspekte als Herausforderung

Es sind nicht die Technik oder das Mobiliar alleine, welche ein produktives und angenehmes Arbeiten zu Hause beeinflusst. Die Raumluft beeinträchtigt nicht nur das Arbeitsklima, sondern wirkt sich insbesondere auf die Gesundheit und das Gemüt des Home-Workers aus. Dr. Heinz Fuchsig, Arbeits- und Umweltmediziner zeigt die wichtigsten Aspekte auf, gemeinsam mit der Plattform MeineRaumluft gibt er Ihnen acht Tipps und einen Leitfaden, wie Sie für ein gesundes Arbeitsklima sorgen.

Die aktuelle Situation stellt sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Viele Unternehmen folgen dem Rat der Gesundheitsexperten und schickten ihre Mitarbeiter ins Home-Office. Und siehe da, es geht, die Menschen sind produktiv und sogar der Austausch über die vielen Apps funktioniert. Welche langfristigen Folgen hat das? Es sind nicht Technik oder das Mobiliar alleine, welche ein produktives und angenehmes Arbeiten zu Hause beeinflusst. Auch die Raumluft beeinträchtigt nicht nur das Arbeitsklima, sondern wirkt sich auf die Gesundheit und das Gemüt aus.

"Derzeit ist Home-Office in aller Munde, meistens ist es ein improvisiertes "Office". Eine räumliche Abgrenzung und die adäquate Infrastruktur sind in den meisten Fällen nicht gegeben", so Dr. Heinz Fuchsig, Arbeits- und Umweltmediziner. "Daher ist es umso wichtiger auf eine gesunde Raumluft zu achten, um so Produktivität und Freude an der Arbeit beizubehalten."

 

Neue Einflussfaktoren in der Heimarbeit

Wenn sich die Luftqualität im Raum verschlechtert, leiden neben der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit auch das Wohlbefinden und letztendlich die Arbeitszufriedenheit. Das gilt am Arbeitsplatz, im Büro wie auch zu Hause. Hinzu kommt nun aber dicke Luft drinnen, weil die Luft in der Wohnung oder im Haus stärker mit Schadstoffen, Feuchtigkeit, Kohlendioxid und Staub belastet wird. Kinder und Haustiere laufen herum, Wäsche wird gewaschen und es wird häufiger gekocht.

Einfach zu einem gesunden Home-Office

Die wichtigsten Tipps der unabhängigen Plattform MeineRaumluft sind:

         1.     Händewaschen nicht vergessen

Ein neues Ritual wird bald auch gelebte Gewohnheit. Vor und auch nach der Arbeit im Home-Office die Hände waschen. Milde Waschlotionen bringen ähnlich gute Erfolge, noch dazu werden Viren vermutlich zu 90% über durch Tröpfchen in der Luft übertragen und nicht über die Handflächen.      

         2.     Reduzieren Sie die Staubfänger

Sei es der mit Papier und Ordner überladene Schreibtisch, selten genutzte Gegenstände und kaum beachtete Deko-Elemente. Achten Sie darauf, dass am Schreibtisch und in den Regalen nichts Überflüssiges herumsteht. Regelmäßiges Staubsaugen entlastet die Atemwege ebenso wie regelmäßiges Lüften (ausgenommen Allergiker - bei pollenarmen Zeiten lüften - in der Stadt am Morgen, am Land spätabends).

         3.     Reduzieren Sie die Schadstoffkonzentration

Rauchen sollte generell und dauerhaft auch aus dem Wohnbereich verbannt werden. Aber auch Tonerstaub von Laser-Druckern können Feinstaub in großen Mengen emittieren. Stellen Sie deshalb Drucker so weit weg wie möglich. Sie reduzieren nicht nur Schadstoffe, sondern auch die Lärmkulisse und den Elektrosmog.

         4.     Lüften Sie regelmäßig

Wichtig um Schadstoffe von Innen und Außen zu vermeiden und für eine gesunde Luft im Home-Office zu sorgen ist auch ein regelmäßiges Lüften, idealerweise das sogenannte Stoßlüften.

Die Dauer richtet sich nach den Außentemperaturen. Als Richtschnur gilt je wärmer die Außentemperatur, desto länger sollten Sie lüften. Jetzt im Frühjahr können es wie im Sommer durchaus 25 Minuten sein, und das 4-5 Mal pro Tag.

         5.     Schadstoffe von innen

Wenn es um Schadstoffe geht, die von Baustoffen oder Einrichtungsgegenständen an die Innenraumluft abgegeben werden, dann ist besonders häufig von Formaldehyd die Rede. Fast genauso oft fällt der Begriff “flüchtige organische Verbindungen“ – kurz: VOC. Der wohl bekannteste Innenraum-Schadstoff ist Formaldehyd, und zwar vor allem als Bestandteil von Klebstoffen, beispielsweise zur Herstellung von Spanplatten. Aber auch in Farben, Lacken  sowie in manchen Textilien und Teppichmaterialien findet man diese Substanz

„Oft nicht bedacht, auch Computer und Tastaturen emittieren Weichmacher, Flammhemmer und andere Chemikalien, vor allem, wenn sie neu sind oder mit hohem Stromverbrauch warm werden“, ergänzt Dr. Fuchsig. „Gerade auch deshalb regelmäßig Lüften, und ganz besonders gründlich, wenn im Schlaf- oder Kinderzimmer gearbeitet wird.“ 

         6.     Schadstoffe von außen

Nicht selten dringen auch von draußen Schadstoffe und aktuell Pollen in den Raum ein. Sei es durch das oben erwähnte Lüften oder durch Türen oder undichte Fugen. Hier können Luftreiniger mit entsprechenden Filtersystemen Abhilfe schaffen. Sie filtern beispielsweise Bakterien, feine Staubpartikel, kleine Schwebeteilchen wie Mikroplastik, Allergene oder Zigarettenrauch aus der Raumluft. Bei Pollenallergie kann man zusätzlich auf hochwertige Pollenschutzgitter zurückgreifen.     

         7.     Sorgen Sie für eine angenehme Luftfeuchtigkeit

In der Regel ist die Luftfeuchtigkeit im Eigenheim im Winter oder in Trockenheitsperioden zu niedrig. Sie können sowohl mechanische Luftbefeuchter erwerben als auch Grünpflanzen aufstellen. Letztere wirken sich zwar weniger auf die Luftfeuchtigkeit aus, dafür heben Sie aber die Stimmung und somit die Arbeitsmotivation. 

"Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60% liegen. Ein Krug mit frischem Wasser am Schreibtisch erinnert daran, regelmäßig zu trinken und so auch die Schleimhäute feucht und fit zu halten", Peter Skala, Initiator der Plattform MeineRaumluft.at    

         8.     Abschalten nicht vergessen

Zu guter Letzt empfiehlt sich als Psychohygiene ein Tuch über den PC zu ziehen oder ein anderes „Abschalt-Ritual“, wenn schon im Wohn- oder Schlafraum gearbeitet wird, damit die Arbeit sichtlich abgeschlossen ist. Es fehlt der Übergang vom Büro nach Hause, den man sonst hat. Einem entspannten und erholsamen Tagesausklang steht so nichts mehr Berufliches im Weg.


"Dr. Heinz Fuchsig ist Arzt für Allgemeinmedizin mit Spezialisierung auf Arbeits- und Umweltmedizin. Er ist weiters Umweltreferent der österreichischen Ärztekammer und Leiter des Referats für Umweltschutz der Ärztekammer für Tirol und Baubiologie. Hauptberuflich arbeitet Dr. Fuchsig seit 2003 in der AUVA.
"MeineRaumluft ist eine unabhängige Plattform, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit in allen Fragen rund um das Thema "Gesundes Raumklima" zu sensibilisieren und damit zu einer wesentlichen Verbesserung des Raumklimas beizutragen. Camfil Austria ist stolzer Partner von MeineRaumluft.
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